Die Projektmanagement-Aufgaben sind vielfältiger und individueller geworden – ein Rückblick auf die PM Welt 2018 aus der Sicht von InLoox

Um die Zukunft im Blick zu behalten, setzte die PM Welt in diesem Jahr auf ein breiteres Vortragsangebot und einen neuen Veranstaltungsort. Mit mehr als 700 Besuchern traf sich im Hilton München am Englischen Garten eine Projektmanagement-Community, deren Teilnehmerzahl im Vergleich zu 2017 um rund 65 Prozent gewachsen ist. Die begleitende Ausstellung unterstützten neben InLoox drei weitere Hauptsponsoren, Microsoft als Sachsponsor sowie weitere 24 Aussteller, die sich auf zwei Ebenen präsentierten. Mehr als 20 Vorträge in fünf parallelen Vortrags-Streams standen zur Auswahl, darunter ein Workshop- und erstmals ein Methoden-Stream. Zwei inspirierende Keynotes zur Digitalisierung bildeten zu Beginn und am Ende den Rahmen der Veranstaltung.

Aus Sicht von InLoox haben sich im Hinblick auf die Digitalisierung einige Erkenntnisse während der PM Welt 2018 herauskristallisiert, die auch mehrfach in den einzelnen Vorträgen zur Sprache kamen, und zu denen sich laut InLoox-Geschäftsführer Andreas Tremel sechs Thesen formulieren lassen: „Die Zusammenfassung unserer sechs Thesen lautet: Auflösung des Konflikts zwischen Team- und Organisationszielen, Vernetzung statt Silostrukturen, Individuelle Lösungsansätze, kombinierte Top-down und Bottom-up-Strategien, Fünf Softskills und Hybride Ansätze“, so Tremel. (siehe Kasten)

Die Keynotes: Mit neuen Herangehensweisen und besonderem Spirit zum Projekterfolg


In seiner Keynote Digitalisierung bei Lufthansa stellte Volker Dökel, Senior Director Digitalization Lufhansa AG, vor, wie die komplexe Digitalisierung des operativen Geschäfts von Austrian, Lufthansa und Swiss mit dem Projekt OPSession umgesetzt wurde. Sein Motto der Projektsteuerung lautet „Immer dran bleiben“. Zitat: „Eines gebe ich Ihnen schon heute mit: Professionalität in den zentralen Projektmanagementaufgaben ist Pflicht. Die Kür ist jedoch, sich Freiheitsgrade zu erarbeiten und diese auch zu nutzen. Seien Sie anders und ein wenig radikal. Und bleiben Sie dran.“

Die Schritte zum Erfolg – in Kürze: Digitalisierung muss sich an der Wertschöpfung orientieren. Dabei gilt es, auszuprobieren und zu experimentieren, sowie Freiheiten erkämpfen und geben. Notwendig ist eine kontinuierliche Stakeholder-Kommunikation und Change Management. Verbindlich Ziele definieren und liefern ist wichtig, weil „Massiver Zeitdruck ist einfach genial“, so Dökel – man kann ein MVP entwickeln, testen lassen, erntet Verständnis wenn es noch nicht so ganz rund ist, weil das Team ja so viel in so wenig Zeit machen muss und hat damit wieder Ruhe um ordentlich weiter arbeiten zu können“. Ferner gilt es, die PM-Hausaufgaben zu machen – ohne solide Grundlagen und Methoden-Kenntnisse geht es nicht.
Die Videoaufzeichnung dieser Keynote wird gegen Ende März zur Verfügung stehen.

In der Keynote zum Abschluss der PM Welt spannte Philosoph Richard David Precht einen weiten Bogen, mit dem er schwierige, kontroverse Gedanken humorvoll und mit einem positiven Blick in die Zukunft zusammenbrachte: Vom Expertenwissen der Teilnehmer über Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Arbeitslosigkeit, der Verteilungsfrage und dem Grundeinkommen bis hin zu den ökologischen Folgen der Digitalisierung sowie zur Bildung, die vollkommen neu ausgerichtet werden muss, damit „die Kinder in der digitalisierten Zukunft nicht untergehen“.

Ausgewählte PM Welt-Vorträge: Viele Wege führen nach Rom

Unternehmen wie beispielsweise die Robert Bosch GmbH oder der Bereich Business Intelligence bei OTTO stellten zum Teil sehr unterschiedliche Ansätze vor, um Probleme in einem neuen, digitalisierten dynamischen Wettbewerbsumfeld zu lösen.
So hat BI@OTTO beispielsweise einen individuellen Weg gefunden, um vom Silo-gesteuerten Projektmanagement zu einer Wertstrom-orientierten Problemlösungsstrategie zu gelangen. Um Projekte als Strukturierungselemente abzuschaffen und durch Value Streams ersetzen zu können nutzte BI@Otto die Denkrahmen Viable System Model von Stafford Beer und Theory of Constraints von Eliyahu Goldratt.

Demgegenüber hat Bosch ein Corporate PMO mit drei Verantwortlichen etabliert, das die PMOs der operativen Geschäftsbereiche, sowie die regionalen, lokalen und Business Unit PMOs steuert. Um eine agile Transformation umzusetzen verfolgt Bosch eine hybride Strategie. Um Projekte einzuordnen wird eine angepasste Stacey Matrix als Four Flavors of Agility Model genutzt. Dabei fungiert das Corporate PMO als Dienstleister, die Teams dürfen lokale Entscheidungen treffen, Strukturen lassen sich an die Wertschöpfungskette anpassen, Freiheiten und kontinuierliche Veränderungen werden unterstützt.

Sechs Thesen zum Projektmanagement für die digitale Transformation:

  1. Für eine erfolgreiche digitale Transformation in Unternehmen geht es darum, das Spannungsfeld zwischen der Freiheit und Entscheidungsautonomie im Team gegenüber dem Sicherheitsbestreben und dem Ziel der Risikominimierung in der Organisation zu gestalten.
  2. In einem dynamischen Markt bedarf es mehr denn je der Vernetzung und cross-funktionalen Zusammenarbeit einzelner Teams. Mit der Zeit etablieren sich in Organisationen immer wieder Strukturen und Hierarchien, die zu ineffektiven Silos führen, die es zu überwinden gilt.
  3. Es gibt keinen idealen 10-Schritte-Plan der für jedes Unternehmen passt und zur erfolgreichen digitalen/agilen Transformation führt. Der Weg dorthin ist höchst individuell, lang, mühsam und teuer aber dringend notwendig.
  4. Die digitale Transformation im Unternehmen muss von den Beteiligten sowohl Top-down als auch Bottom-up umgesetzt werden. Change-Management und kontinuierliche Stakeholder-Kommunikation sind Pflicht.
  5. Um die Transformation erfolgreich zu meistern müssen sowohl die Führungsebenen als auch die Teams folgende fünf Key-Softskills besitzen: Mut, Humor, Fehlerkultur, Veränderungswille sowie Flexibilität im Denken und Handeln.
  6. Agil kommt endlich vom Status des Allheilmittels in der praktikablen Realität an: Hybrid ist das neue Agil.
Über die InLoox GmbH

Das Münchner Unternehmen InLoox wurde 1999 gegründet und entwickelt Projektmanagement-Lösungen, die Geschäftsprozesse vereinfachen und beschleunigen. Das Produktportfolio besteht derzeit aus den beiden Produktlinien InLoox PM zur Installation im eigenen Netzwerk und aus InLoox now!, der Projektsoftware als Service. Endanwender können entweder via InLoox für Outlook, einer intuitiven, vollständig in Microsoft Outlook integrierten Projektmanagement-Software oder über die Online-Projektsoftware InLoox Web App auf ihre Projektdaten zugreifen. InLoox ist mittlerweile bei 20 Prozent der DAX-Unternehmen und bei mehr als 50.000 Anwendern auf fünf Kontinenten und in über 65 Ländern im Einsatz. Zu den Kunden von InLoox zählen unter anderem AOK plus, AVIS, Canon, Charité Berlin, Deutsches Rotes Kreuz, ElectronicPartner, Hitachi, Hoffmann Group, INTERNORM, Leonardo, Novartis, Pentax Europe, Schenker Deutschland, SEAT, Siemens, SOS Kinderdörfer, US Airways, ver.di u.v.m.

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