VATM-Pressestatement: Neue Vereinbarungen von 1&1 mit Deutscher Telekom und Telefónica zeigen richtigen Weg

Die United-Internet-Tochter 1&1 Drillisch AG hat heute zwei Vereinbarungen bezüglich VDSL- und FTTH-Vorleistungen und damit die Ausweitung der Zusammenarbeit mit der Telekom im Festnetz bekannt gegeben. Von ihrer Schwestergesellschaft 1&1 Versatel bezieht 1&1 Drillisch langfristig ab 1. April 2021 FTTH- und VDSL-Komplettpakete inklusive Voice und IP-TV. Parallel dazu hat 1&1 Versatel mit der Deutschen Telekom einen Vertrag über die Nutzung deren FTTH- und VDSL-Komplettangebote abgeschlossen. Diese ermöglichen 1&1 Versatel die Bereitstellung von FTTH-/VDSL-Komplettpaketen für 1&1 Drillisch. Neben dem vorhandenen Zugriff auf FTTH-Anschlüsse von City Carriern erhält 1&1 Versatel so Zugang zu zunächst zirka 750.000 weiteren FTTH-Anschlüssen. Außerdem hat 1&1 Drillisch heute die Annahme des Angebots der Telefónica über ein National Roaming bekannt gegeben. Dazu äußert sich der VATM wie folgt:

Pressestatement von Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM e. V.:


„Die zwei neuen Vereinbarungen zwischen 1&1 Drillisch, 1&1 Versatel und der Deutschen Telekom im Bereich VDSL-, aber natürlich auch bei den FTTH-Anschlüssen sind sehr gute Nachrichten für den vor uns liegenden Weg beim Glasfaserausbau in Deutschland. Nicht etwa nur die Glasfaseranschlüsse selbst sind hier herausragendes Thema, sondern auch faire Preise und gute Qualität bei VDSL, eine Technologie die uns zusammen mit Vectoring bei der Migration auf ein flächendeckendes Glasfasernetz noch lange begleiten wird. In beiden Bereichen marktfähige Lösungen mit der Telekom zu finden, ist ein gutes Signal für Investoren und einen stabilen Markt. Bereits im Oktober 2020 hatte sich Telefónica und im Dezember Vodafone auf weitere Kooperationen mit Telekom im Festnetz geeinigt. Gleichzeitig zeigt es, wie wichtig es weiterhin ist, dass die Bundesnetzagentur als Schiedsrichter im Hintergrund bereitsteht und bei einem Scheitern selbst nicht gezögert hätte, für bestmögliche Investitions- und Wettbewerbsbedingungen zu sorgen. So ist allen Beteiligten von Anfang an klar, dass strategische Preissetzung oder Wettbewerbsbehinderungen, die letztlich zu Lasten von Kunden und Unternehmen in Deutschland gingen, von einem starken Regulierer verhindert werden können. Ein starker Regulierer bedeutet heute nicht etwa mehr Regulierung, sondern bedeutet mehr Verträge, mehr Markt und einen sicheren Investitionsrahmen für den Glasfaserausbau in Deutschland.

Auch für die laufende TKG-Novelle ist dies ein wichtiges Signal. Nicht die Schwächung des Regulierers, sondern die Stärkung des Marktes muss unser Ziel sein. Nicht etwa der Abbau von Regulierung und eine Entmachtung des Regulierers hat sich dabei als wichtigster Treiber für den Glasfaserausbau in den letzten Jahren erwiesen, sondern der Abbau von bürokratischen Hürden und unternehmerischen Belastungen. Für Wettbewerber, aber auch die Telekom wird es nun darauf ankommen, dass das neue TKG hier zu Erleichterungen und nicht an weit über 30 Stellen zu neuen, zusätzlichen Belastungen führt. Das TKG muss wie von der EU geplant und der Regierung versprochen, nun vom Parlament zu einem Investitionsförderungsgesetz gemacht werden. Dann werden mehr Kooperationen und mehr Investitionen auch zu schnellerem Glasfaserausbau und schnellerer Digitalisierung führen können.

Mit der Zusammenarbeit zwischen 1&1 Drillisch und Telefónica im Mobilfunk konnte ein weitere Verhandlung – begleitet von der Bundesnetzagentur – zu einem positiven Ergebnis gebracht werden. 1&1 Drillisch kann zukünftig überall dort, wo sie noch kein eigenes Mobilfunknetz hat, das Netz der Telefónica nutzen. Auch diese Einigung begrüßt der VATM sehr.“

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