Für viele Familienunternehmen verändert sich derzeit nicht nur das wirtschaftliche Umfeld. Es verändert sich der gesamte Rahmen, in dem unternehmerische Entscheidungen getroffen werden. Genau darauf weist der aktuelle Ergebnisbericht „Familienunternehmertum im Blick – Fragen, die Mitglieder von Familienunternehmen und Unternehmerfamilien aktuell bewegen“ der WIFU-Stiftung hin. Die Studie zeigt indikativ, dass Strategie im Unternehmenskontext deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Gleichzeitig rücken politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen spürbar stärker in den Vordergrund.
Die WIFU-Studie zeigt einen deutlichen Bedeutungszuwachs von Strategie
Im Vergleich zur Erhebung aus dem Jahr 2017 steigt das Thema Strategie im Unternehmensbereich von Rang 4 mit 8 Prozent auf Rang 1 mit 18 Prozent. Politik und gesellschaftliche Rahmenbedingungen steigen im selben Themenfeld von Rang 6 mit 6 Prozent auf Rang 2 mit 17 Prozent. In der Executive Summary wird genau dieser Bedeutungszuwachs ausdrücklich hervorgehoben. Die Autoren machen zugleich deutlich, dass es sich um einen indikativ zu verstehenden Befund handelt und nicht um eine repräsentative Gesamtaussage für alle Familienunternehmen.
Strategie wird für Familienunternehmen zur Orientierung unter Unsicherheit
Damit beschreibt die Studie eine Entwicklung, die weit über klassische Wachstumsplanung hinausgeht. Strategie erscheint in Familienunternehmen heute nicht mehr nur als Instrument zur Expansion oder Marktoptimierung. Sie wird zur Orientierung unter Unsicherheit. Die Studie verweist darauf, dass politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen zunehmend Einfluss auf die Entscheidungsfindung nehmen und Unsicherheit erzeugen. Genannt werden unter anderem Bürokratie, Gesetze und Vorgaben, geopolitische Spannungen, Weltpolitik, Zollpolitik und Rezessionsszenarien.
Externer Druck wirkt in Führung, Nachfolge und Eigentum hinein
Für Familienunternehmen ist das besonders relevant. Sie führen nicht nur ein Unternehmen, sondern bewegen sich immer zugleich in den Logiken von Unternehmen, Familie und Eigentum. Externer Druck bleibt deshalb selten rein äußerlich. Er wirkt oft direkt in Fragen der Führung, der Nachfolge, der Governance und der langfristigen Ausrichtung hinein. Der Ergebnisbericht beschreibt die Themenlage daher sinngemäß weniger als ein bloßes Prioritätenproblem, sondern stärker als ein Koordinationsproblem. Genau an dieser Schnittstelle entscheidet sich, ob ein Familienunternehmen in unsicheren Zeiten nur reagiert oder ob es seine Zukunft aktiv gestaltet.
Im Generationswechsel wird Strategie zur Führungsfrage
Besonders brisant wird diese Entwicklung im Generationswechsel. Denn dort reicht operative Stabilität allein nicht mehr aus. Wenn Senior-Generation und Nachfolger parallel Verantwortung tragen, gewinnt die strategische Frage an Schärfe: Welche Richtung soll das Familienunternehmen künftig einschlagen? Welche Rolle übernimmt die Übergeber-Generation noch, welche Verantwortung die Nachfolger-Generation bereits heute? Und wie entsteht aus äußerer Unsicherheit eine innere Klarheit, die Führung überhaupt erst möglich macht?
Strategische Klarheit entscheidet über Zukunftsfähigkeit
Aus Sicht von Dr. Hepper liegt genau hier eine der zentralen Herausforderungen in Familienunternehmen. Wo Strategie fehlt oder zu eng als Wachstumsinstrument verstanden wird, wächst das Risiko, dass operative Auslastung mit Zukunftsfähigkeit verwechselt wird. Wo Strategie dagegen als gemeinsame Orientierung verstanden und entwickelt wird, entstehen bessere Voraussetzungen für Führung, Unternehmensnachfolge und nachhaltige Unternehmensentwicklung.
Entscheidungsdruck steigt – und mit ihm die Bedeutung klarer Ausrichtung
„Wenn aktuell Strategie in Familienunternehmen deutlich an Bedeutung gewinnt, dann ist das aus unserer Sicht vor allem ein Signal für steigenden Entscheidungsdruck“, sagt Dr. Hepper. „Gerade in der Phase des Generationswechsels zeigt sich dann auch, ob ein Familienunternehmen nur funktioniert oder ob es wirklich eine belastbare Ausrichtung hat.“
Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen reichen bis ins Eigentum
Bemerkenswert ist dabei, dass die Studie den Bedeutungszuwachs politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen nicht nur im Unternehmensbereich zeigt. Auch im eigentumsbezogenen Bereich gewinnen diese Themen deutlich an Gewicht. Das spricht dafür, dass sich der äußere Druck nicht nur auf Management- und Marktfragen auswirkt, sondern immer stärker bis in Eigentum, Nachfolge und langfristige Vermögensfragen hineinreicht.
Familienunternehmen brauchen heute Strategie, die Orientierung schafft
Für Familienunternehmen ergibt sich daraus eine klare Führungsaufgabe: Strategie muss heute mehr leisten als Wachstum zu organisieren. Sie muss Orientierung geben, Komplexität ordnen und Entscheidungen in einem Umfeld ermöglichen, das politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich unübersichtlicher geworden ist. Für Familienunternehmen bedeutet das: Strategie wird in unsicheren Zeiten zum Instrument der Orientierung, der Führungsfähigkeit und der Zukunftssicherung.
Quellenhinweis
Grundlage dieser Einordnung ist der Ergebnisbericht „Familienunternehmertum im Blick – Fragen, die Mitglieder von Familienunternehmen und Unternehmerfamilien aktuell bewegen“ der WIFU-Stiftung, veröffentlicht im März 2026. Autoren sind Prof. Dr. Tom A. Rüsen, Stephanie Engelmann und Ruth Orenstrat. Laut Studie beruhen die Ergebnisse auf einer Online-Kurzbefragung aus dem Frühjahr 2025 mit 47 Teilnehmenden aus dem WIFU-Netzwerk. Die Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Ergebnisse indikativ sind und der Vergleich mit 2017 nicht repräsentativ interpretiert werden sollte
Der Generationswechsel gehört zu den strategisch sensibelsten Phasen in der Entwicklung eines Familienunternehmens. In dieser Zeit werden nicht nur Verantwortlichkeiten neu geordnet. Es werden Entscheidungen getroffen, die über die zukünftige Leistungsfähigkeit, Wettbewerbsposition und Wertentwicklung des Unternehmens bestimmen. Gleichzeitig entsteht eine besondere Konstellation: Zwei Unternehmergenerationen tragen parallel Verantwortung. Erfahrung, Marktkenntnis und gewachsene unternehmerische Substanz treffen auf neue Perspektiven, Ambition und Zukunftsorientierung.
Dr. Hepper GmbH | Family Business Development:
Dr. Hepper entwickelt Unternehmergenerationen im Familienunternehmen und gestaltet diese Phase bewusst als strukturierten Entwicklungsschritt.
Das Besondere liegt in der eigenen Struktur des Unternehmens: Zwei Generationen eines Familienunternehmens arbeiten gemeinsam an der Entwicklung anderer Unternehmerfamilien. Dadurch entstehen unterschiedliche, aber komplementäre Perspektiven auf Führung, Verantwortung und Nachfolge.
Die Arbeit basiert auf über 25 Jahren operativer Führungserfahrung auf CEO-Ebene und verbindet unternehmerische Praxis mit wirtschaftspsychologischer Expertise.
Im Mittelpunkt stehen drei Entwicklungsdimensionen:
• Entwicklung der Unternehmergeneration
• Entwicklung wirksamer Führungsstrukturen
• Entwicklung der strategischen Leistungsfähigkeit des Unternehmens
So wird Unternehmensnachfolge nicht verwaltet, sondern zum Ausgangspunkt einer neuen Entwicklungsstufe für das Familienunternehmen. Ziel der Arbeit ist es, die Phase des Generationswechsels so zu gestalten, dass Familienunternehmen unter der nächsten Generation stärker werden als zuvor.
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