Im Rahmen des Sofortprogramms soll die Machbarkeit einer sicheren, effizienten und umweltgerechten Bergung und Entsorgung von Munitionsaltlasten in einem exemplarischen Munitionsversenkungsgebiet in der Ostsee nachgewiesen werden. Hierbei kommen erprobte Technologien der Meerestechnik, der Prozess- und Verfahrenstechnik, der Kampfmittelbeseitigung sowie in den letzten Jahren entwickelte Lösungsansätze mit einem hohen technologischen Reifegrad zum Einsatz. Die Erkenntnisse daraus dienen Bund und Ländern als Grundlage für den systematischen Einstieg in die industrielle Beseitigung von Munitionsaltlasten in deutschen Meeresgebieten.
Jüngste Aufgaben waren unter anderem die Definition der umfangreichen und hochkomplexen Anforderungen der zu bauenden Offshore-Munitionsentsorgungsanlage in enger Absprache mit den anderen Projektteams. Die Anlage soll auf einer etwa 100 mal 50 Meter großen Hubinsel installiert werden. Zu den Anforderungen an die Versuchsanlage zählten beispielsweise die Vermeidung von Störungsfällen, die Vermeidung von Kontamination mit Gefahrstoffen, Definition von Sicherheitsabständen, Redundanzen und Ausfallsicherheit.
Das Fraunhofer ICT bringt seine langjährige und fundierte Expertise in den Bereichen Explosivstoffe und Sicherheitskonzepte in das Projekt ein. Sie umfasst den sicheren Umgang mit Explosivstoffen, die Bewertung und Einordnung von Explosivstoffrisiken, die Einschätzung von Gefahrenbereichen sowie systematische Risikoanalysen, Explosionsschutz sowie Prozess- und Anlagensicherheit.
Mit diesem Schritt wird ein weiterer wichtiger Meilenstein für den Schutz von Nord- und Ostsee erreicht. Die nach den Weltkriegen dort versenkte Munition stellt nämlich durch Korrosion und Zerfall eine erhebliche Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Die Plattform wird die erste solche Anlage weltweit sein und soll damit nicht nur zum Meeresschutz beitragen, sondern auch die Entwicklung einer neuen industriellen Technologie voranbringen.
Die Fraunhofer-Gesellschaft mit Sitz in Deutschland ist eine der führenden Organisationen für anwendungsorientierte Forschung. Im Innovationsprozess spielt sie eine zentrale Rolle – mit Forschungsschwerpunkten in zukunftsrelevanten Schlüsseltechnologien und dem Transfer von Forschungsergebnissen in die Industrie zur Stärkung unseres Wirtschaftsstandorts und zum Wohle unserer Gesellschaft. Seit ihrer Gründung als gemeinnütziger Verein im Jahr 1949 nimmt sie eine einzigartige Position im Wissenschafts- und Innovationssystem ein.
Mehr als 30 000 Mitarbeitende an 74 Instituten und selbstständigen Forschungseinrichtungen in Deutschland erarbeiten das jährliche Finanzvolumen von 3,6 Mrd. €. Davon entfallen 3,2 Mrd. € auf das zentrale Geschäftsmodell von Fraunhofer, die Vertragsforschung. Im Vergleich zu anderen öffentlichen Forschungseinrichtungen bildet die institutionelle Förderung durch Bund und Länder mit maximal einem Drittel lediglich das Fundament des Kernbereichs Vertragsforschung. Sie ist die Basis für wegweisende Vorlaufforschung, die in den kommenden Jahren für Wirtschaft und Gesellschaft von Bedeutung sein wird.
Das entscheidende Alleinstellungsmerkmal ist der hohe Anteil an Wirtschaftserträgen. Er garantiert die enge Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie sowie die stetige Marktorientierung der Fraunhofer-Forschung. Bei der Vertragsforschung wirbt Fraunhofer mindestens zwei Drittel im Wettbewerb ein, aus Aufträgen der freien Wirtschaft sowie durch öffentliche Projektfinanzierung. Im Jahr 2025 beliefen sich allein die Wirtschaftserträge auf 966 Mio. €.
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