Blutdruck-Smartwatch: Genauigkeit in fünf Fragen prüfen

Wie es um die Genauigkeit einer Blutdruck-Smartwatch steht, lässt sich an der angezeigten Zahl nicht ablesen. BPER, Blutdruck-Ereignisrekorder für den Heimgebrauch, hat aus den geltenden Prüfnormen fünf Fragen abgeleitet, mit denen sich eine Blutdruckangabe vom Handgelenk einordnen lässt. Anlass ist die überarbeitete Norm IEEE 1708, im November 2025 verabschiedet und seit April 2026 veröffentlicht. Allen fünf liegt derselbe Gedanke zugrunde: Nicht der Wert entscheidet, sondern das Verfahren dahinter.

Erste Frage: Gilt die genannte Prüfnorm überhaupt für dieses Messprinzip? Für Manschettengeräte gilt die DIN EN ISO 81060-2, die eine klinische Prüfung mit 85 Probanden und 255 Vergleichsmessungen verlangt. Für manschettenlose Wearables gilt sie ausdrücklich nicht; IEEE 1708 nimmt aufblasbare Manschettengeräte am Oberarm und am Handgelenk vom Geltungsbereich aus. Wird eine Norm genannt, die für ein anderes Messprinzip geschrieben wurde, ist damit über das Gerät nichts gesagt.

Zweite Frage: Wurde nach der Kalibrierung noch einmal geprüft? Viele manschettenlose Geräte werden zu Beginn an einer Manschettenmessung ausgerichtet. Eine Übersichtsarbeit in Frontiers in Digital Health, die den Zeitraum von 2015 bis 2025 auswertet, hält dazu fest, dass eine akzeptable Erstvalidierung keine Aussage über die Stabilität über längere Zeit erlaubt. Genau dort blieben in der ausgewerteten Literatur Lücken: bei der Stabilität nach der Kalibrierung, unter Bewegung, im Schlaf und bei Rhythmusstörungen. Warum wiederholtes Kalibrieren allein das Problem nicht löst, erklärt BPER im Ratgeber.

Dritte Frage: Wurde auch in Bewegung geprüft? Die Validierungsempfehlungen der European Society of Hypertension von 2023 verlangen je nach Technik und Einsatzzweck Prüfungen im Sitzen, bei wechselnder Körperlage, bei sich änderndem Blutdruck, im Schlaf-Wach-Wechsel, unter Belastung und nach erneuter Kalibrierung. Ein optisches Signal am Handgelenk muss dabei den Pulsanteil vom Bewegungsanteil trennen. Gelingt das nicht, wird der ausgegebene Wert dadurch nicht auffällig — er sieht weiterhin plausibel aus.

Vierte Frage: Steht dort ein Wert in mmHg oder ein Hinweis? Manche Wearable-Funktionen geben keinen Blutdruckwert aus, sondern melden über Wochen ein Muster, das mit Bluthochdruck einhergeht. Wer beides gleichsetzt, vergleicht ein Screening-Signal mit einem Messwert. Wie belastbar Blutdruckwerte aus einer Smartwatch im Einzelnen sind, ordnet BPER im Ratgeber ein.

Fünfte Frage: Galt die Prüfung für Menschen wie mich? IEEE 1708 sieht die Hauptprüfung für Erwachsene zwischen 21 und 50 Jahren mit ausgewogener Verteilung von Frauen und Männern vor. Für Menschen über 51 Jahren, für Kinder, für Schwangere und für Patientinnen und Patienten mit Rhythmusstörungen sind eigene Studien vorgesehen. Wer nicht in die geprüfte Gruppe fällt, kann aus der Prüfung wenig für sich ableiten. Dieselbe Übersichtsarbeit warnt davor, Ergebnisse von einer Technik oder Personengruppe auf eine andere zu übertragen: Eine behördliche Freigabe belegt, dass ein Gerät die Anforderungen eines bestimmten Antrags erfüllt hat — nicht, dass es unter allen Alltagsbedingungen zuverlässig arbeitet.

„Der Unterschied zwischen Schätzen und Messen ist keine Feinheit. Er entscheidet darüber, ob eine Zahl belastbar ist oder nur plausibel aussieht", sagt P. Lu, Geschäftsführer von BPER.

Was eine Manschettenmessung dagegen festhält: BPER zeichnet den Blutdruck manschettenbasiert über 60 Sekunden kontinuierlich auf und erfasst dabei bis zu 14.400 Datenpunkte je Messung: systolische und diastolische Werte in mmHg sowie Auffälligkeiten des Herzrhythmus. Das Gerät ist ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse IIa, das Messverfahren wurde in Deutschland entwickelt. Wer vor einer Kaufentscheidung steht, findet die Vorüberlegungen in sieben Fragen zusammengefasst.

Zur Verfügbarkeit: Der BPER Blutdruck-Ereignisrekorder ist über bper.health erhältlich, die zugehörige App für iOS und Android ist kostenfrei, der Versand innerhalb Deutschlands ebenfalls; es gilt ein Rückgaberecht von 30 Tagen. Messwerte ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Als Grenze für die häusliche Selbstmessung gelten 135/85 mmHg; bei stark erhöhten Werten zusammen mit Beschwerden wie Brustschmerz, Atemnot oder Sehstörungen ist der Notruf 112 zu wählen. Bestehende Medikation sollte nie eigenmächtig auf Grundlage von Heimmessungen verändert werden.

Über die BRANDSSTOCK GmbH

Die Brandsstock GmbH mit Sitz in Hamburg entwickelt und vertreibt unter der Marke BPER Medizintechnik für die häusliche Blutdruckbeobachtung. Kernprodukt ist der BPER Blutdruck-Ereignisrekorder, ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse IIa, das den Blutdruck manschettenbasiert über 60 Sekunden kontinuierlich aufzeichnet und neben den Druckwerten auch Herzrhythmus-Auffälligkeiten erfasst. Das Messverfahren wurde in Deutschland entwickelt. Ergänzend betreibt BPER unter bper.health einen redaktionellen Ratgeber zu Blutdruck, Messmethodik und Herz-Kreislauf-Gesundheit.

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