Ausprobieren statt Großprojekt: SF2 macht Condition Monitoring für jeden Betrieb zugänglich

Bei industrieller Zustandsanalyse beginnt der Weg heute oft lange vor der eigentlichen Analyse: Präsentationen, Vertriebstermine, Budgetfreigaben, Projektdefinitionen. SF2 Systems dreht diese Reihenfolge um.

Mit dem Release seiner Software-Suite für industrielle Zustandsanalyse können Anwender ab sofort direkt mit den eigenen Daten beginnen. Die SF2 Suite SE steht für Windows, macOS und Linux kostenlos zur Verfügung. Wer historische Sensor- oder Prozessdaten als CSV vorliegen hat, kann sie auf dem eigenen Rechner einlesen und selbst untersuchen, welche Zustände darin sichtbar werden und ob sich Veränderungen erkennen lassen – ohne Cloud, ohne Daten-Upload und ohne Eingriff in die laufende Anlage.

Nicht zuerst kaufen und danach herausfinden, ob es funktioniert. Erst mit den eigenen Daten ausprobieren – und dann entscheiden, ob man mehr daraus machen will.

Der Preis soll kein Grund mehr sein, es nicht zu versuchen

Das ist durchaus Absicht.

„Ich möchte Condition Monitoring demokratisieren“, sagt Francisco De Sousa Webber, Gründer und technischer Kopf von SF2 Systems. „Ein Betrieb, der irgendwo Mikrozahnräder produziert, soll seine Fräse damit überwachen können, ohne dafür zuerst ein sechsmonatiges Digitalisierungsprojekt zu starten. Und der Techniker, den dieser Betrieb ohnehin hat und der seine Maschine kennt, soll damit arbeiten können.“

Die Einstiegshürde wurde entsprechend niedrig angesetzt. Die SF2 Suite SE kostet dauerhaft 0 Euro. Die nicht-kommerzielle Maker-Version der SF2 Suite RT kostet 99 Euro einmalig, Academic 199 Euro einmalig. Für Unternehmen beginnt der kommerzielle Echtzeiteinsatz bei 490 Euro einmalig, für Unternehmen und Organisationen bis fünf Millionen Euro Jahresumsatz bei 990 Euro einmalig. Die Suite bleibt dauerhaft nutzbar; bei den kommerziellen Editionen ist eine produktive Engine für die ersten zwölf Monate enthalten. Weitere Engines kosten derzeit 249 Euro pro Jahr und Instanz, größere Rollouts werden individuell lizenziert.

Das klingt für Industriesoftware ungewöhnlich günstig. Es soll auch ungewöhnlich günstig sein.

Webber formuliert es zugespitzt: „Vielleicht wollen wir tatsächlich ein bisschen der Robin Hood des Condition Monitoring sein. Nicht, weil professionelle Technologie nichts wert ist. Sondern weil es keinen vernünftigen Grund gibt, warum nur ein großer Konzern überhaupt ausprobieren können soll, was in seinen Maschinendaten steckt.“

Für SF2 ist der niedrige Einstieg deshalb kein Rabattmodell, sondern Teil der Produktidee. Ein Techniker soll neugierig werden können und anfangen. Ein Ingenieurbüro soll damit experimentieren können. Ein Maker soll einer Idee nachgehen können, ohne vorher einen Business Case schreiben zu müssen. Und ein mittelständischer Betrieb soll nicht schon bei der ersten Prüfung eines Anwendungsfalls entscheiden müssen, ob ihm dieser Versuch Zehntausende Euro wert ist.

Die Barriere zwischen „Das würde mich interessieren“ und „Ich probiere das jetzt aus“ soll möglichst verschwinden.

Was weiß eine Maschine als Ganzes?

Technisch beginnt SF2 mit einem Problem, das in vielen Betrieben längst keines mehr ist: dem Sammeln von Daten.

Druck, Temperatur, Stromaufnahme, Durchfluss, Drehzahl, Vibration und andere Prozessgrößen werden vielfach kontinuierlich erfasst. Die eigentliche Herausforderung ist, aus diesen vielen einzelnen Werten zu erkennen, wie sich die Maschine oder Anlage als Ganzes verändert.

Genau dieses Zusammenspiel macht SF2 vergleichbar.

Die Software verarbeitet vorhandene Sensor- und Zeitreihendaten und überführt Systemzustände in kompakte semantische Fingerprints. Ähnliche Zustände erzeugen ähnliche Fingerprints. Dadurch lässt sich beispielsweise vergleichen, wie ähnlich der aktuelle Zustand einer Maschine einem früheren Normalzustand, einem Übergang oder einem bekannten kritischen Zustand ist.

Das wird vor allem bei schleichenden Veränderungen interessant. Ein Lager verschleißt, eine Pumpe verändert langsam ihre Charakteristik, ein Werkzeug nutzt sich ab oder ein Prozess beginnt zu driften. Einzelne Messwerte können dabei noch völlig unauffällig aussehen – das Zusammenspiel der Signale kann trotzdem bereits zeigen, dass etwas nicht mehr ganz so ist wie zuvor.

In der Analyse eines realen Wasserpumpensystems konnte SF2 relevante Zustandsveränderungen bereits vier Tage vor einem dokumentierten Ausfall sichtbar machen. Gerade solche Fälle zeigen, warum nicht nur einzelne Grenzwerte, sondern die Entwicklung des gesamten Systemzustands interessant sein kann.

Die entscheidende Frage ist damit oft erstaunlich einfach: Verhält sich meine Maschine noch so wie sonst – oder beginnt sich etwas zu verändern?

Ein Werkzeug für die Leute, die ihre Maschine kennen

SF2 verspricht dabei ausdrücklich keine Magie.

Wer seine Maschine, seinen Prozess und seine Daten nicht kennt, bekommt dieses Wissen auch nicht durch einen Software-Download. In vielen Betrieben sitzen die Menschen mit genau diesem Verständnis aber längst: Instandhalter, Automatisierer, Verfahrenstechniker, Betriebstechniker, Maschinenbauer oder externe Ingenieure.

„Wir wollen diesen Leuten nicht erzählen, dass jetzt irgendeine KI ihre Arbeit besser kann“, sagt Webber. „Im Gegenteil. Wir gehen davon aus, dass der professionelle Kontext vorhanden ist. Wir wollen dem Techniker ein Werkzeug geben, mit dem er aus seinem Wissen und seinen Daten mehr machen kann.“

Deshalb ist SF2 weder an einen bestimmten Hersteller noch an einen Sensortyp oder eine einzelne Maschinenklasse gebunden. Die Software stellt einen technologischen Baustein bereit, mit dem Anwender ihre eigene Zustandsanalyse entwickeln können. Wer unkompliziert beginnen möchte, arbeitet über die grafische Oberfläche; weitergehende Anwendungen lassen sich über API und SDK in eigene Abläufe integrieren.

Das macht SF2 auch für Ingenieurbüros, Automatisierer und technische Dienstleister interessant. Sie können die Technologie als Kern eigener Lösungen einsetzen, anstatt die datengetriebene Zustandsanalyse für jeden neuen Anwendungsfall von Grund auf neu entwickeln zu müssen.

Von der CSV-Datei bis zur laufenden Maschine

Der Weg in den produktiven Betrieb bleibt bewusst überschaubar.

Mit der kostenlosen SF2 Suite SE werden zunächst historische Daten lokal analysiert und Zustände modelliert. Zeigt sich darin ein belastbarer Anwendungsfall, übernimmt die SF2 Suite RT den Schritt in den Echtzeitbetrieb. Die SF2 Engine RT führt das fertige Modell anschließend dort aus, wo es tatsächlich gebraucht wird, verarbeitet laufend eintreffende Daten und kann Zustands- oder Triggersignale an bestehende SPS-, SCADA- oder MES-Systeme zurückgeben.

Die vorhandene Infrastruktur bleibt bestehen. SF2 ersetzt weder Sensorik noch Steuerung oder Automatisierung, sondern ergänzt sie um eine zusätzliche Zustands- und Vergleichsebene.

Auch die Daten müssen das Unternehmen nicht verlassen: Analyse und produktive Ausführung können vollständig lokal erfolgen. Gerade in industriellen OT-Umgebungen gewinnt dieser Local-First-Ansatz angesichts steigender Anforderungen an Datenhoheit, Cybersecurity, Cyberresilienz und Business Continuity zusätzlich an Bedeutung.

Erst beweisen. Dann skalieren.

Auch das Geschäftsmodell folgt diesem Prinzip.

Ein Betrieb kann mit einem Datensatz beginnen, später eine einzelne Maschine überwachen und bei Erfolg Schritt für Schritt weitere Anlagen anbinden. SF2 verdient damit nicht daran, die Eintrittstür möglichst teuer zu machen, sondern daran, dass eine Lösung in der Praxis so nützlich wird, dass sie weiter ausgerollt wird.

„Mir geht es um möglichst wenig Bullshit“, sagt Webber. „Klar sagen, was die Software kann. Klar sagen, was sie kostet. Herunterladen, ausprobieren und selbst beurteilen. Ich will niemandem erzählen, wie großartig etwas theoretisch einmal sein könnte. Ich möchte, dass jemand seine Daten hineinlädt und sieht, was tatsächlich passiert.“

Das gilt auch für die allgegenwärtige KI-Diskussion. SF2 arbeitet datengetrieben und kann je nach Anwendungsfall die relevante semantische Struktur aus vorhandenen Daten lernen. Ist ein Modell anschließend fixiert und versioniert, bleibt sein Verhalten reproduzierbar: Gleiche Eingangsdaten führen zum gleichen Fingerprint und zum gleichen Vergleichsergebnis.

„Wir müssen nicht überall KI draufschreiben, nur weil das gerade gut klingt. Am Ende interessiert mich das echte Ding: Funktioniert es mit realen Daten oder funktioniert es nicht?“, so Webber.

Die ersten Nutzer sollen mitentwickeln

Mit Maker-, Academic- und kleinen Business-Lizenzen soll SF2 bewusst auch in die Hände von Menschen kommen, die ausprobieren, ungewöhnliche Anwendungen finden und Rückmeldung geben. Dieses Feedback soll regelmäßig in die Weiterentwicklung der Software einfließen.

„Ich würde mich freuen, wenn unsere ersten Anwender nicht nur Kunden sind, sondern ein Stück weit auch Mitstreiter. Wenn jemand etwas ausprobiert und uns sagt, was funktioniert und wo es noch mühsam ist, können wir genau daraus ein besseres Produkt machen.“

Neu ist dabei das Unternehmen, nicht die technologische Grundlage. SF2 Systems wurde 2026 in Wien gegründet; Semantic Folding wurde über mehr als ein Jahrzehnt entwickelt und wird heute auf industrielle Sensor- und Zeitreihendaten übertragen.

Zum Start stehen die regulären Versionen für Windows, macOS und Linux bereit. Performanceoptimierte Varianten für weitere Hardware- und GPU-Konfigurationen folgen in späteren Releases.

Vielleicht einfach ausprobieren

Nicht jeder Betrieb braucht sofort ein Predictive-Maintenance-Projekt. Nicht jede Maschine braucht neue Sensoren. Und nicht jede gute Idee braucht zuerst ein Budget.

Manchmal reichen für den Anfang eine CSV-Datei, ein Techniker, der seine Maschine kennt – und ein bisschen Neugier.

Genau dafür gibt es die SF2 Suite jetzt zum Download.

Die kostenlose SF2 Suite SE ist ab sofort unter https://sf2systems.com/… verfügbar.

Alle weiterführenden Editionen stehen ab 14. September 2026 im SF2 Shop zum Download bereit.

Über die SF2 Systems GmbH

SF2 Systems ist ein Wiener Deep-Tech-Unternehmen für die softwarebasierte Zustandsanalyse komplexer Maschinen, Anlagen und Prozesse in Industrie, Energie und kritischer Infrastruktur. Die sensor- und herstellerunabhängige Technologie führt vorhandene Sensor- und Betriebsdaten zu vergleichbaren Zustands-Fingerprints zusammen und macht Drift und schleichende Veränderungen früh sichtbar – reproduzierbar, nachvollziehbar, ohne Black-Box-Modell und ohne große gelabelte Fehlerdatensätze. Als Ergänzung bestehender Condition-Monitoring- und Automatisierungssysteme ist SF2 für Brownfield- und OT-Umgebungen ausgelegt, läuft lokal am Edge bzw. On-Premises ohne Cloud-Abhängigkeit und hält sensible Produktionsdaten im Unternehmen. So können Zustandsveränderungen früher erkannt, ungeplante Stillstände reduziert sowie Wartung und Betrieb planbarer werden. Darüber hinaus untersucht SF2 die Übertragbarkeit der Technologie auf ausgewählte Anwendungen in Biotechnologie und Life Sciences.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

SF2 Systems GmbH
Eichelhofstrasse 2B
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Telefon: 00436601016615
https://sf2systems.com/

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