Die ASU wertet seit über vier Jahrzehnten die Unfall- und Verletzungsdaten der bei DSV aktiv versicherten Skifahrer aus und rechnet sie auf alle deutschen Skifahrer hoch. Die Zahl der Verletzten liegt damit über der Vorsaison und setzt den seit 2019/20 beobachteten Anstieg fort. Gegenüber der Basis-Saison 1979/80 liegt die Zahl der Verletzten laut der ASU trotz des jüngsten Anstiegs noch um gut 48 Prozent niedriger.
Wofür die Auswertungsstelle das Kollisionsrisiko als Warnsignal wertet
Das Risiko, bei einem Zusammenstoß auf der Piste verletzt zu werden, lag laut der ASU-Analyse in der Saison 2024/25 bei 1,90 Kollisionsunfällen je 1.000 Skifahrer. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 1979/80, nach 1,73 in der Vorsaison. Der Anteil der Kollisionsverletzungen an allen Skiverletzungen betrug 20,84 Prozent und lag damit knapp unter den 21 Prozent des Vorjahres. Die Auswertungsstelle zählt dabei nicht nur eindeutige Zusammenstöße, sondern auch leichtere Kollisionen und Behinderungen, sofern die Verletzten sie als Mitursache angeben.
Für die Beteiligten beginnt nach einem Zusammenstoß häufig die Frage, wer von oben kam und wer die Fahrspur gewechselt hat. Eine Helmkamera, die mit Loop-Aufnahme fortlaufend die letzten Minuten überschreibt, hält den Hergang fest, ohne dass der Speicher am Ende des Skitages voll ist; das Fachportal beschreibt, wie sich die Aufnahmedauer einstellen lässt.
Warum mehr Verletzte im Krankenhaus bleiben
Das Risiko einer stationären Behandlung stieg laut der Analyse von 1,73 auf 2,03 je 1.000 Skifahrer; hochgerechnet entspricht das 8.400 bis 8.600 Krankenhausaufenthalten in der Saison 2024/25. Der Anteil der stationär versorgten Verletzten wuchs von 57 auf 62,4 Prozent, der Anteil der operierten von 48 auf 50,4 Prozent. Auch die Arbeitsunfähigkeit nahm zu: 63,1 Prozent der Verletzten fielen im Beruf aus, im Schnitt 39 Tage lang statt 30 Tage in der Vorsaison. In den 1980er-Jahren mussten nach Angaben der ASU zeitweise bis zu 3 von 1.000 Skifahrern stationär behandelt werden; das aktuelle Niveau bleibt darunter.
Welche Körperregionen 2024/25 das höchste Verletzungsrisiko trugen
Das Knie bleibt laut der Auswertungsstelle die am häufigsten verletzte Region: 27,1 Prozent aller Verletzungen entfielen darauf, bei Frauen 37,3 Prozent, bei Männern 20,7 Prozent. Umgerechnet auf 1.000 Skifahrer nennt die Analyse für die Saison 2024/25 sechs Risikowerte:
- Knie 3,32 Verletzungen je 1.000 Skifahrer, nach 3,01 in der Vorsaison und damit der höchste Wert seit zehn Jahren
- Schulter und Oberarm 2,65 nach 2,64, bei Männern die am häufigsten betroffene Region
- Rumpf, Hüfte und Oberschenkel 2,48 nach 1,78, der stärkste Anstieg aller Regionen
- Unterschenkel, Sprunggelenk und Fuß 1,46 nach 1,35
- Kopf und Hals 1,17 nach 1,25, der einzige rückläufige Wert
- Unterarm und Hand 1,14 nach 0,95
Der Anteil der Kopfverletzungen an allen Verletzungen stieg laut der Analyse trotz des gesunkenen Risikowerts von 6,6 auf 7,7 Prozent. Wer eine Kamera am Helm trägt, sollte deshalb auf eine Halterung achten, die sich bei einem Aufprall löst, statt den Kopf zu verdrehen.
Wie viele Gäste die deutschen Seilbahnen im Winter befördern
Wie groß die Gruppe ist, um die es geht, zeigen die Betreiber. Laut der Seite „Daten & Fakten“ des Verbands Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte, abgerufen im September 2026, zählten die deutschen Seilbahnen in der Wintersaison 2024/25 sechs Millionen Ersteintritte und 152,7 Millionen Euro Nettoverkehrseinnahmen. Im Sommer 2025 kamen 6,09 Millionen Ersteintritte hinzu, 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr, bei einem Umsatz von 118 Millionen Euro. Rund 25 Prozent der Wintergäste sind nach Verbandsangaben keine Skiläufer. Die Unfallzahlen der Saison 2025/26 wird die Auswertungsstelle nach dem Muster der Vorjahre voraussichtlich um den Jahreswechsel 2026/27 vorlegen.
„Die Kollisionszahl ist die eigentliche Nachricht dieser Analyse, weil sie nicht von der Schneelage abhängt, sondern vom Verhalten auf der Piste. Eine Helmkamera ersetzt keinen Abstand, aber sie beendet den Streit darüber, wer ihn nicht gehalten hat. Wer zum Saisonstart die Aufnahmeschleife einstellt, hat im Ernstfall die letzten Minuten“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
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